Die zarten Harten

Es ist eine ganze Weile her, dass ich mich hier zu Wort gemeldet habe. Das hat einen ganz simplen Grund. Zum einen habe ich mich ein paar Wochen quasi hauptberuftlich um meinen Großvater gekümmert, der seit Jahren an Demenz leidet. Und zum anderen stand direkt im Anschluss daran ein Festival an.

Wir waren dieses Jahr das erste Mal auf dem Wolfszeit Festival in Thüringen und super gespannt, aber auch voller Vorfreude. Ich kannte bisher nur Festivals, wo alles gespielt wurde, von Power – bis Deathmetal und alles dazwischen. Da war ein reines Pagan- und Blackmetal-Festival auch nach zehnjähriger Festivalerfahrung noch mal was ganz Neues.

Der eigentliche Festivalbericht folgt noch, jetzt stürze ich mich erst mal auf die Menschen. 😉

Angst, dass es viel zu ernst zugehen könnte? Dass die Leute zurückhaltend sind? Fehlanzeige! Es gab genauso Witzvögel und Partygruppen wie auf jedem Festival, das ich kenne. Insgesamt war es eine tolle Mischung auf einem relativ kleinen Raum. Der Weg zur Bühne war nicht mal 10 Minuten lang, und wir standen schon am Ende vom Campingplatz. Also, da kann man nicht meckern.

Genauso wenig zu den netten Leuten da. Coole Campnachbarn mit denen man gut feiern konnte, aber die größte Überraschung war: das Festival läuft mit Freiwilligen. Super coole Sache. Ich stand da und dachte nur noch „WOW“. Respekt und einen riesen Dank an die tolle Organisation von so vielen Freiwilligen. Wir waren begeistert und wollen wiederkommen. 🙂

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Über Zeilenspringer und Verdummung

Wird die Welt immer dümmer und abgestumpfter? Wenn man sich so umsieht, ist man immer leicht geneigt, schnell Ja dazu zu sagen. Aber wie steht es mit denen, die als Hobby gerne lesen? Mein ganzes Leben lang bin ich davon ausgegangen, dass jemand, der in seiner Freizeit freiwillig und gerne ein gutes Buch liest, ein intelligenter Mensch sein muss. Wer gerne liest, kann nicht scheiße sein! So einfach war das für mich immer.

Aber wenn man sich in diversen Bücherforen und dergleichen umsieht, muss diese Meinung ins Schwanken geraten. Die Leseratten tauschen sich wochenlang über oberflächliche Liebesgeschichten aus.

Sie lernen eine Buchreihe nur durch die Verfilmung in Serienform kennen und fragen nach, ob es sich überhaupt lohnt, die Bücher zu lesen. Gibt´s denn das? Immer, wenn ich Bücher erst bei der Verfilmung bemerkt habe, war mir das peinlich. Ich hatte immer das Gefühl, dass sie mir durch die Finger geglitten sind. Dass ich sie nicht mehr ganz in Ruhe und privat kennen lernen konnte, bevor die Welt, das Fernsehen, seine Augen auf sie richtete.

Aber am traurigsten finde ich, dass sie sich bei wirklich guten, VIELSCHICHTIGEN Büchern darüber beschweren, dass sie langatmig und streckenweise schwierig seien. Die Autorin solle lieber die Politik und den Krieg raus lassen. Dann bleibt eine Liebesgeschichte übrig. Als ob es davon nicht schon genug geben würde. Und genug Autoren, die regelmäßig neue schreiben, damit es nie langweilig wird.

Aber im Bereich der vielschichtigen, allumfassenden Romane, herrscht Mangel. Da gibt es wenige. Um so teurer sind mir diese wenigen Schätze und ich muss immer so sehr an mir halten, um nicht in der digitalen Öffentlichkeit einer solchen Gruppe mein Maul aufzureißen und für meine Lieblinge zu kämpfen.

Aber wozu das Ganze? Die Mehrheit würde nur genervt die Achseln zucken und sagen: Wenn es dir nicht passt, scroll weiter. Ist ja schön, wenn es dir gefällt, aber ich kann es nicht leiden (wenn ich meinen Kopf beim lesen benutzen muss) und so weiter und so fort. Einige wenige würden es wohl zu ihrem persönlichen Feldzug machen, „PS: Ich liebe dich“ und „Ein ganzes halbes Jahr“ zu schwerer, bedeutsamer Weltliteratur zu erklären. Man kann ja sooo viel daraus lernen. Ja. Bestimmt. Ganz sicher. Ich möchte auch gar nicht sagen, dass diese Bücher schlecht sind. Nur….dass es auch andere gibt, die eine Daseinsberechtigung haben. So wie Liebesgeschichten, braucht es Abenteuer, und Spannung und vielleicht auch manchmal Horror. Und für alle Unentschlossenen – zu denen ich mich oft genug zähle – vielleicht auch mal alles in einem Band.

Einkaufswahnsinn – Wahnsinn Einkaufen

Wenn ich mal shoppen gehe, was selten genug vorkommt, aber WENN ich mal shoppen gehe, dann in die kleine Ecke mit schlichten schwarzen Tops, Röcken oder Shorts. Bloss nix zu… mädchenhaftes!

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Bisher. Doch nun musste ich mich der fremden Welt der Abendkleider stellen. Die kleine Schwester meines Schatzes heiratet – ein schöner Anlass, zu dem ich natürlich angemessen gekleidete sein möchte. Nur… wie, ohne mich zu verkleiden? Die Jagd begann.^^

Mein Weg führte mich in ein grosses Outlet, in der Hoffnung, dort zu annehmbaren Preisen eine grosse Auswahl zu finden.

Rosé, Pink, Weiss, Glitzer, Blümchen – aber nach zwei Stunden war DAS Kleid gefunden. Hellblau mit kleinen Pünktchen, asymmetrische Lagen damit man am Buffet auch etwas naschen kann, dezenter Ausschnitt und knielang. Perfekt! Ich war glücklich.

Daher war es auch okay, als eine motivierte Verkäuferin mir helfen wollte, eine Jacke zu dem Kleid zu finden. Nummer 1: zu lang. Nummer 2: zu gross und weiss. Als Gast auf einer Hochzeit trage ich kein Weiss. Punkt aus. Die gute Nachricht war: „Das wird echt schwer, zu dem Kleid noch eine Jacke zu finden. Wir haben jetzt ja schon SO VIEL ausprobiert. Wollen Sie nicht lieber ein anderes Kleid suchen?“

Ich, dezent ausser mir: „Nein! Es ist eh schwierig, ein Abendkleid zu finden, das mir gefällt, privat bin ich ja eher der Jeans und Bandshirt Typ.“

Und das war mein Fehler.“Ahh, wollen Sie dann nicht lieber einen Hosenanzug nehmen?“

Das war der Moment, in dem mir tausend Gedanken gleichzeitig durch den Kopf gingen: Hochwasser, meine Beine sind zu lang, meine Hüften zu weiblich und in einem Anzug sehen meine Schultern so aus als wolle ich jedem Türsteher Konkurrenz machen. Ohne Witz. „Nein!“

Und damit hatte ich mich schon umgedreht und war in die Kabine geflüchtet. Wieder in meine Klamotten, eine kurze Verschnaufpause bei einem Cappuccino und dann ging die Suche auf eigene Faust weiter. Und siehe da, die passende Jacke wurde gefunden. Das gute Stück macht das Kleid sehr formell, genau das richtige für die Kirche – und abends zur Feier einfach die Jacke ablegen und Party. 😀

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Aber es hat mir wieder bewiesen, dass ich besser shoppe wenn ich selber gucken kann. Verkäuferinnen scheinen nie zu wissen, was ich suche – selbst wenn ich es ihnen sage. *g*

Verstehe einer die Frauen!

In letzter Zeit ist es mir zunehmend schwerer gefallen, Frauen in meinem Umfeld zu verstehen.

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Aktuellster Fall einer leidenden Single-Frau: Sie saß im Zug, ihr gegenüber ein absoluter Traummann, in den sie sich ja quasi schon beim bloßen Ansehen Hals über Kopf verliebt hat. Er schlief, laut ihrer Erzählung, und sie saß ihm schweigend gegenüber, starrte ihn närrisch an und – tat nichts.

 

Bis er ausstieg und sich freundlich verabschiedete. Und sie – starrte ihn weiterhin nur an wie ein Hase im Scheinwerferlicht eines Autos.

Und heulte später rum, dass sie es bereue, ihm nicht ihre Nummer gegeben oder ihn angesprochen zu haben. Ja, genau – das wäre sinnvoll gewesen!

Natürlich kann man mit sowas auf die Nase fallen. Aber die Zeiten sind vorbei, als wir uns schweigsam in einen Turm setzen und warten mussten, gerettet zu werden. Wir haben einen Mund und im besten Fall sogar eine Meinuing.

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Was kann denn schon schlimmsten Falls passieren? Dass man sich ein klein wenig blamiert, wenn man sich blöd anstellt. Na und? Das gehört zum Leben und ist am nächsten Tag vergessen.

Im besten Fall spricht man mit einem wundervollen Menschen und lernt ihn kennen. Wenn dass das Risiko nicht Wert ist, weiß ich auch nicht…

Stolz und gar keine Vorurteile

Warum hast du dich in diesen Kerl verliebt?, war letztens die Frage einer Freundin. Sie ist immer sehr kritisch, weil sie nur Bandshirt und lange Haare sieht und denkt, dass alle gleich sind. Aber, dass unter den Haaren und dem Shirt ganz verschiedene Menschen sind – das ist für viele, die mit der Szene sonst nichts zu tun haben, wohl wirklich nur schwer nachvollziehbar.

Ich stand also da und sagte das erste, was mir einfiel: Ich liebe ihn nicht nur, ich bin stolz auf ihn.

Das brachte uns schließlich zu der elementaren Frage: Warum war ich stolz auf ihn?

Er ist kein super erfolgreicher Geschäftsmann, er hat keine Superkräfte und wenn man ihn ganz objektiv ansieht, gibt es wahrscheinlich sogar schönere Menschen, auch wenn ich das immer vehement abstreiten werde. Ist ja klar!

Was macht einen Menschen erfolgreich? Wirklich erfolgreich? Abseits der gesellschaftlichen Vorgaben, die doch so wenig darüber aussagen, wie ein Mensch…ist.

Nehmen wir also IHN. Na gut, er ist ein „gewöhnlicher Angestellter“, aber…

seine Kollegen respektieren ihn und schätzen seine Arbeit außerordentlich. Und auch die Chefetage kennt seinen Namen und weiß, dass er einer der besten Mitarbeiter ist. Das ist doch schon mal was, oder?

…viele Kollegen oder ehemalige Kollegen sind immer noch Freunde. Und DAS bedeutet wirklich was, nämlich, dass man menschlich einfach gute Arbeit geleistet hat.

…ganz davon abgesehen, dass er einfach ein guter Mensch ist. Die meisten Menschen fühlen sich in seiner Gegenwart wohl, er ist aufmerksam und hilfsbereit. Nur selten habe ich Menschen getroffen, denen das Wohlergehen ihrer Mitmenschen so wichtig war. Er ist so einer, der mitten in der Nacht aufsteht, um zu helfen. Nicht nur bei mir, weil ich das Glück habe und seine Freundin bin, auch für Freunde/Freundinnen.

…seine Familie ist ihm wichtig. Sehr wichtig. In einer Zeit, in der so viele als Einzelkämpfer durchs Leben ziehen, macht es mich stolz, dass er sich Zeit für seine Familie nimmt. Familie ist ja auch nicht immer nur einfach, es gibt schwere Zeiten, aber wenn man das durchsteht und beständig bleibt, ist das ein gutes Zeichen für einen guten Menschen.

…er ist wahnsinnig neugierig und intelligent. Jetzt werden einige sagen: hat doch nicht studiert. Aber das ist überhaupt nicht wichtig, er hat privat für sich so viele Interessen, dass ich mich regelmäßig wundere und staune.

…und er erträgt mich in allen Launen. Das ist definitiv nicht der wichtigste Punkt auf meiner Liste, aber man sollte ihn auch nicht unterschätzen. 😉

Erfolg…und Liebe. Zwei abstrakte Begriffe, die ich bestimmt nicht allgemeingültig mit Inhalt gefüllt habe. Aber so, wie ich sie sehe und für mich erkläre. Was bedeutet Erfolg denn schon, wenn man zwar die Karriereleiter aufsteigt und reich wird, aber es nicht schafft, Menschen an sich zu binden, mit denen man seine Erfolge feiern kann? Nichts!

Er überrascht mich immer wieder, und ich freue mich immer wieder über scheinbar unwichtige Kleinigkeiten. Man kann vieles einfach nicht erklären, es ist einfach, wie es ist. So und nicht anders. Und es ist gut so.

Follow your dreams

Es war die beste Zeit, es war die schlimmste Zeit. – Charles Dickens

Folge deinen Träumen. Bleib dir selber treu. Sei stark. Alles gute Ansätze, denen sie folgen möchte. Wenn bis auf wenige Ausnahmen aber alles schief geht und die Welt sich gegen einen stellt, ist das gar nicht so einfach. Schöne, harmlose Worte können dann zu scheinbar unerreichbaren Illusionen werden.

Es ist nicht leicht, man selbst zu bleiben, wenn daran kritisiert wird. Zwar vollkommen grundlos, das weiß man – dennoch nervt es. Sie wird sie selbst bleiben, schon allein aus Trotz. Sie zu ändern haben schon ganz andere versucht und sind kläglich gescheitert. Dennoch: es nervt.

Es ist nicht leicht, seinen Träumen zu folgen, wenn sie belächelt werden. Und es ist noch schwerer, wenn manchen privaten Träumen die schwindende Gesundheit des Großvaters im Wege steht. Das klingt böser, als es gemeint ist. Nur: wenn er ständig jemanden um sich braucht, ist es schwer, schlichtweg unmöglich, sich einfach mal eine Auszeit zu nehmen und der Stadt den Rücken zu kehren. Man möchte rennen wie ein wilder Wolf, aber es geht einfach nicht. Nicht, ohne Opfer, die zu bringen man nicht bereit ist.

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Sei stark! Sie trotzt, sie hält durch und lächelt, wenn sie kurz davor ist, zusammen zu brechen, weil es alles andere als einfach ist, wenn ein geliebter Mensch vor deinen Augen immer weniger wird. Leicht ist es nicht. Da hilft in manchen Situationen nur der eine Mensch, der immer das Gute in ihr sieht, selbst wenn sie es selber nicht mehr sehen kann. Der ihre Stärke kennt, weil sie an seiner Seite für einen Moment schwach sein darf. Denn er ist ihre Stärke, wenn sie nicht stark sein kann, und ihr Schild, wenn sie einen braucht.

Und diese Momente machen aus den schlimmsten Zeiten gleichzeitig die besten.

Über Stärken und Schwächen

Ein starker Mann kann mit einer starken Frau umgehen. Ein schwacher Mann wird sagen, sie sei anstrengend und seltsam.

Ein starker Mann weiß, wie er mit seiner Frau umgehen muss, damit sie sich sicher und wohl fühlt. Und das gibt wiederum ihr die Sicherheit, Schwäche zeigen zu können. Nachgeben zu können, wenn es darauf ankommt.

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Ich kenne es von mir selber… Über Jahre habe ich mir einen dicken Bärenpelz zugelegt, darüber die Stacheln eines Igels, oder besser noch, Killernieten über Killernieten. Alles nur, um den verletzlichen Teil meiner Selbst niemandem zeigen zu müssen. Denn wenn ich es mal wagte, dazu zu stehen, war es ein Fehler. Dann war ich zu emotional, zu weich, zu gierig, zu … sehr ich. Darum: Nieten und Pelz an, die Maske aufgesetzt und niemandem mehr gezeigt, wer man hinter all dem ist.

Geändert hat es sich mit einem Mann, der plump sagte, er möchte meine schlechtesten Seiten kennen lernen, weil die guten sowieso liebenswert sind. Das war etwas Neues – für mich zumindest. Und er zeigte wiederum mir auch nur sein ungeschöntes Selbst. Es gab nie das sonst übliche Geschmeichel, das künstliche auf Wolke Sieben Schweben und durch die rosarote Brille schauen.

Wir lernten auch fliegen, aber nicht auf Wolken, sondern auf den Erkenntnissen, wie wundervoll der andere durch all seine Macken ist. Wir sahen die Welt nicht in Rosa, sondern durch die Welt des Anderen und lernten uns so besser und besser kennen.

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Inzwischen kann ich durch die Stadt gehen und ihm später sagen, dass er in Geschäft XY dies oder jenes kaufen möchte. Nicht, weil ich ihm vorschreibe, was er kaufen soll, sondern weil ich inzwischen weiß, woran er einfach nicht vorbei gehen kann. 😛

Und wenn ich trotz aller Harmonie einen schlechten Tag habe, weiß ich, dass er sich mein Genörgel anhört, mich in den Arm nimmt und die Welt mit irgendeiner verrückten Aktion wieder ins Lot bringen wird. Er wird grantig, wenn ich scheiße drauf bin, aber er ist mir nie wirklich böse. Das weiß ich. Und das gibt mir verdammt viel Sicherheit. Sicherheit, mich ihm zu öffnen und meine guten Seiten wirklich zu zeigen.

Es gibt so Tage

… da ist einfach die Luft raus. Es gibt so Tage, da möchte man sich nach dem Aufstehen am liebsten direkt wieder ins Bett legen und weiter schlafen. Heute ist so ein Tag. Und das ganz ohne Grund. Es steht nichts schlimmes auf dem Plan, gestern war ein schöner Tag – und trotzdem könnte ich heute einfach nur schlafend in der Ecke liegen. ^^

Schlimm? Vielleicht hat das jeder mal. Vielleicht braucht man das auch mal. Einen Tag, an dem einfach nichts läuft, an dem man sich auf das besinnt, was wichtig ist. Es ist nämlich entgegen der allgemeinen Meinung nicht wichtig, dass wir alle dauerhaft funktionieren wie kleine Zinnsoldaten, sondern vielmehr, dass es uns längerfristig gut geht mit dem, was wir tun.

Die Gesellschaft lehrt uns, dass wir uns für solche „Aussetzer“ schämen müssen, dass es sowas nicht geben darf. Es hat einem gut zu gehen und dann hat man auch zu arbeiten. Das Blöde ist nur, dass der Mensch so nicht funktioniert. Wir sind Wesen mit unterschiedlichen Schaffensphasen. Mal ist man sehr produktiv, dann wieder eher nicht so. Immer das gleiche zu erwarten, ist grundsätzlich ein unnatürlicher Vorgang.

Nun ist es nicht so einfach, sich gegen die Allgemeinheit zu stellen. Da steht man schnell alleine da und fühlt sich als Außenseiter. Und dennoch, dennoch sollte man in unserer Zeit darauf achten, zwischen all den wichtigen und unwichtigen Verpflichtungen nicht zu kurz zu kommen.

Timing

Man sagt, Liebe ist die Mischung aus Chemie und Timing. Aber ist nicht alles nur eine Frage des richtigen Timings? Was ist das richtige Timing?

Wie so oft komme ich auf dieses Thema, da es gerade in meinem Leben darum kursiert. Mein bester Freund hat mit seiner neuen Partnerin beschlossen, dass es an der Zeit wäre, zusammen zu ziehen. Nach gar nicht so langer Zeit. Und es scheint durchaus der richtige Weg für sie zu sein. S___Sonntagabend-Romantikie sind glücklich mit ihrer Entscheidung, das Timing war perfekt.

 

Da kommen natürlich hier und da Fragen auf, wie es mit dem eigenen Leben bestellt ist. Nach elf Monaten Beziehung sind mein Bester und ich noch ganz zufrieden damit, dass jeder sein Reich für sich hat. Wir sehen uns nicht jeden Tag, ab und an ist es nett, seine eigene Wohnung zu haben, zwangsläufig Zeit nur für sich zu haben und zu hausen, wie es einem gefällt.

Unter der Woche nach der Arbeit die Musik laut aufdrehen und durch die Wohnung tanzen während man nebenbei ein bisschen Ordnung schafft? Kein Problem. Heimlich einen kitschigen Film schauen und Chips kabbern? Kein Problem. Am Wochenende im Schlabberlook auf dem Sofa liegen und an einem Stück den tausend Seiten Roman verschlingen, von dem man versprochen hatte, sich dafür Zeit zu lassen? Kein Problem.

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Aye, gibt es. Und die schaue ich nur ohne Mann. 😉

 

Noch bin ich nicht bereit, diese Kleinigkeiten aufzugeben. Denn sobald man zusammen wohnt, ist zwar nichts verboten, aber doch zumindest alles offenbar. Im letzten Versuch wurde aus einer leidenschaftlichen Beziehung viel zu schnell ein reines nebeneinander her leben, eine bessere Wohngemeinschaft vielleicht. Dahingegen sind wir jetzt, in zwei Wohnungen mit Zeit speziell für uns, Feuer und Flamme wenn wir zusammen sind.

Das ist ein Luxus, den ich noch nicht aufgeben möchte. ;P

Es war einmal…

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In den letzten Wochen haben wir uns viel mit Traditionen beschäftigt. Nicht geplant oder gezielt, das Thema kam einfach immer wieder auf und kreuzte unseren Weg. Die Weihnachtsfeiertage und Silvester mit ihren alteingesessenen Familientraditionen und Riten. Das Neue Jahr und ganz allgemein die Winterzeit, die sich irgendwie ganz besonders für Traditionen anzubieten scheint.

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Mit dem Thema Tradition kamen aber auch immer wieder Vorurteile, die uns trafen. Menschen wie wir können ja gar nicht mit der Familie Weihnachten feiern, wir begehen den Wechsel ins Neue Jahr sicherlich im Blutrausch und überhaupt gibt es nichts Gutes und Sanftes in uns.

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So sah uns beim Einkaufen im Supermarkt eine ältere Dame vollkommen geschockt an, als wir ganz harmonisch den Einkaufszettel abhakten und glückselig meinten „Dann brauchen wir jetzt nur noch die Zutaten für die Waffeln. Holst du die Kirschen, Schatz?“ Ja, wir backen Waffeln; ja, wir essen dazu heiße Kirschen. Mit Sahne! Das ist nun mal lecker. Und das gab es so schon bei Oma als wir klein waren.

Warum ist es für manche Menschen so schwer, zu akzeptieren, dass Menschen, die auf den ersten Blick ein Klischee erfüllen könnten, bei genauerem Hinsehen so viel mehr als ein Klischee sind? Es macht mich nicht traurig, aber ich finde es schade, da so viele so viel übersehen und sich selber so sehr im Weg stehen, dass sie Menschen verurteilen, von denen sie nichts wissen.