Der Schmerz und das Messer

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Der Schmerz muss herausgeschnitten werden.

Sie versprach, sie würde mich lieben. Bis in alle Zeiten. Bis in die Ewigkeit.

Unsere Ewigkeit dauerte gerade einmal drei Monate.

Dann verließ sie mich. Für einen anderen.

Was sonst?

Jetzt schmerzt es. Mein Herz.

Tag und Nacht, bei jedem lebensspendendem Schlag, den es tut.

Der Schmerz muss herausgeschnitten werden.

Hat man einen Tumor, kann er entfernt werden.

Ein schmerzender Zahn kann gezogen werden.

Sogar einen kranken Arm kann man amputieren.

Nicht jedoch diesen Schmerz in meinem Herzen. Das sagte mein verängstigt dreinschauender Arzt als ich ihn, Tage nachdem sie mich verlassen hatte, mit blutunterlaufenen Augen fragte.

Jetzt laufe ich wie ein gehetztes Tier durch die Stadt, die einmal meine Heimat gewesen war. Menschen gehen mir aus dem Weg, als wüssten sie von der scharfen Klinge, die ich unter meinem Mantel direkt über dem Herzen trage.

Ich laufe aus der Stadt an den Strand. Das Messer glänzt verführerisch im Mondlicht.

Es muss einen Weg geben.

Der Schmerz muss herausgeschnitten werden.

Er ist in meinem Herzen.

Mein Herz muss herausgeschnitten werden.

Ich setze die Klinge auf mein bloßes Fleisch, direkt über meinem Herzen. Und schneide.

Ich sehe Blut auf meinen Händen, viel Blut. Um mich herum wird es dunkel.

Der Schmerz muss herausgeschnitten werden.

Wichtig: Ohne Anlass. Hier ist nur der kreative Kopf am Werk.

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Winterheart

Es war eine Liebe des Sommers.
Als der Winter nahte, verwelkte sie
wie die Blumen auf dem Feld.
Nicht die meine, doch in meinem
Winterherzen ist auch niemals Sommer.
Was auf diesem steinigen Grund
Fuß fassen kann, muss stark sein.
Der Winter kann ihm nichts anhaben,
wie anderen.
Doch in der Winterkälte können
Gefühle gefrieren bis sie nur
noch kalte Leere sind.