RockHarz – Metal im Sonnenschein unter der Teufelsmauer

Auch dieses Jahr war ich wieder auf dem RockHarz, insgesamt zum siebten Mal. Es ist erstaunlich, wie sehr sich das Festival vergrößert hat. 🙂

Als ich 2007 zum ersten Mal dort war, noch an einem anderen Standort, war es klein und mega übersichtlich. Inzwischen hat es sich zu einem recht großen Festival gemausert. Ich bin begeistert, denn es hat seinen Charme und alles, was es ausmacht, behalten. Man hat immer noch nette Nachbarn, nur zwei Bühnen und einen guten Blick auf die Bands. Die neue Lage unterhalb der Teufelsmauer ist eindrucksvoll und schafft einen atmosphärischen Rahmen für ein paar Tage voller Metal, Grillen und guten Freunden.

RH18

Alles euphorisch? Nein! Wir sind zwar am Mittwoch um 12 Uhr angereist, standen aber erst um ca. 14 Uhr auf unserem Campingplatz. Warum? Als wir ankamen, waren die geplanten Plätze schon überfüllt und es musste ein neuer Platz aufgemacht werden. Um einen Stau auf der Zufahrtsstraße zu vermeiden wurden wir also ein mal über den kompletten Campingplatz geschickt. Währenddessen wurden die ersten Anreisenden schon auf den neu eröffneten Platz weiter geleitet. Die Stimmung in unserem langen Autokorso schwand dahin. Angst machte sich breit, dass die, die nach uns anreisten, noch einen guten Platz bekommen würden und nur wir nicht. Irgendwann durfte sich aber auch die Schlange auf dem Platz weiterbewegen und wir trafen auf einen freundlichen Ordner, der versuchen wollte, alle zusammengehörenden Tüppchen auch zusammen zu lasen. Wie gut das insgesamt funktioniert hat, ist mir nicht bekannt, wir jedenfalls wurden mit 4 Autos auf einen Platz geschickt und durften uns da relativ frei aufbauen. Jippieh!

Nächster Punkt: Zelte und Pavillon stehen; Bier aufmachen, Küchenanhänger einrichten und den Grill anmachen. Da wir so früh aufgebrochen sind, war das Grillen nach 15 Uhr für die meisten von uns das erste Essen des Tages.

Obwohl ich es dort schon einige Male sehr kalt und regnerisch erlebt habe, wurden wir dieses Jahr mit Sonnenschein überschüttet. Mal eine nette Abwechslung. XD Kurzentschlossen wurden die Seiten vom Pavillon mit Sonnensegeln abgehängt, damit wir auf dem Campingplatz ein bisschen Schatten hatten und schon ließ es sich richtig gut aushalten. Die Gardena Gartendusche eines Kumpels hat ihr Übriges getan.^^

Die Stimmung bei uns und mit unseren Nachbarn war durchweg gut. Gut, einen an zwei Tagen war andauernd ein Mädel bei uns, das bis auf einen niemand leiden konnte – aber das kann man verschmerzen. Zur Not geht man eben zu den Bühnen rüber, obwohl man gerade gar nichts sehen wollte.^^

18Festivalbesucher

Zwischen besagtem Kumpel und dem Mädel bahnte sich dann noch kurzzeitig Herzschmerz an. Er steht auf sie, aber sie wollte nur unser kühles Bier, den Schatten und unsere aufblasbaren Camping Sessel (dekadent und sau bequem! Kann ich jedem nur empfehlen, haben jetzt schon das dritte Festival überstanden und leben immer noch). Na ja, wie das auf Festivals dann manchmal so ist, hat er seinen Liebeskummer in Bier ertränkt und war dann ab Freitag auch wieder ganz gut drauf. Nur manchmal etwas zickig, aber das ist er immer.

Ich möchte gar nicht auf jede einzelne Band eingehen, die ich gesehen habe. Zumindest jetzt nicht. Dafür waren es einfach zu viele. Aber ich kann sagen, dass die Bandauswahl super war und der Sound Spaß gemacht hat. Dass Ensiferum am Flughafen aufgehalten wurden, wurde super gelöst, indem man ihnen einfach später am Tag Raum zum Spielen gegeben hat. Sowas habe ich auch schon schlechter gelöst erlebt und war happy. Das Konzert von den Jungs war dann auch alles Warten und später wieder zur Bühne gehen wert.

Der Sonntag kam viel zu früh. Abbauen, nach Hause fahren und ein bisschen traurig sein, dass es schon wieder vorbei ist. Aber kommendes Jahr ist unsere Truppe wieder mit dabei, das ist so weit schon abgesprochen!

Rock on RockHarz!

Auf weitere 25 Jahre…

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Die zarten Harten

Es ist eine ganze Weile her, dass ich mich hier zu Wort gemeldet habe. Das hat einen ganz simplen Grund. Zum einen habe ich mich ein paar Wochen quasi hauptberuftlich um meinen Großvater gekümmert, der seit Jahren an Demenz leidet. Und zum anderen stand direkt im Anschluss daran ein Festival an.

Wir waren dieses Jahr das erste Mal auf dem Wolfszeit Festival in Thüringen und super gespannt, aber auch voller Vorfreude. Ich kannte bisher nur Festivals, wo alles gespielt wurde, von Power – bis Deathmetal und alles dazwischen. Da war ein reines Pagan- und Blackmetal-Festival auch nach zehnjähriger Festivalerfahrung noch mal was ganz Neues.

Der eigentliche Festivalbericht folgt noch, jetzt stürze ich mich erst mal auf die Menschen. 😉

Angst, dass es viel zu ernst zugehen könnte? Dass die Leute zurückhaltend sind? Fehlanzeige! Es gab genauso Witzvögel und Partygruppen wie auf jedem Festival, das ich kenne. Insgesamt war es eine tolle Mischung auf einem relativ kleinen Raum. Der Weg zur Bühne war nicht mal 10 Minuten lang, und wir standen schon am Ende vom Campingplatz. Also, da kann man nicht meckern.

Genauso wenig zu den netten Leuten da. Coole Campnachbarn mit denen man gut feiern konnte, aber die größte Überraschung war: das Festival läuft mit Freiwilligen. Super coole Sache. Ich stand da und dachte nur noch „WOW“. Respekt und einen riesen Dank an die tolle Organisation von so vielen Freiwilligen. Wir waren begeistert und wollen wiederkommen. 🙂