Verstehe einer die Frauen!

In letzter Zeit ist es mir zunehmend schwerer gefallen, Frauen in meinem Umfeld zu verstehen.

leere-gleise

Aktuellster Fall einer leidenden Single-Frau: Sie saß im Zug, ihr gegenüber ein absoluter Traummann, in den sie sich ja quasi schon beim bloßen Ansehen Hals über Kopf verliebt hat. Er schlief, laut ihrer Erzählung, und sie saß ihm schweigend gegenüber, starrte ihn närrisch an und – tat nichts.

 

Bis er ausstieg und sich freundlich verabschiedete. Und sie – starrte ihn weiterhin nur an wie ein Hase im Scheinwerferlicht eines Autos.

Und heulte später rum, dass sie es bereue, ihm nicht ihre Nummer gegeben oder ihn angesprochen zu haben. Ja, genau – das wäre sinnvoll gewesen!

Natürlich kann man mit sowas auf die Nase fallen. Aber die Zeiten sind vorbei, als wir uns schweigsam in einen Turm setzen und warten mussten, gerettet zu werden. Wir haben einen Mund und im besten Fall sogar eine Meinuing.

18-wandtattoo-pinguin-paerchen

Was kann denn schon schlimmsten Falls passieren? Dass man sich ein klein wenig blamiert, wenn man sich blöd anstellt. Na und? Das gehört zum Leben und ist am nächsten Tag vergessen.

Im besten Fall spricht man mit einem wundervollen Menschen und lernt ihn kennen. Wenn dass das Risiko nicht Wert ist, weiß ich auch nicht…

Advertisements

Stolz und gar keine Vorurteile

Warum hast du dich in diesen Kerl verliebt?, war letztens die Frage einer Freundin. Sie ist immer sehr kritisch, weil sie nur Bandshirt und lange Haare sieht und denkt, dass alle gleich sind. Aber, dass unter den Haaren und dem Shirt ganz verschiedene Menschen sind – das ist für viele, die mit der Szene sonst nichts zu tun haben, wohl wirklich nur schwer nachvollziehbar.

Ich stand also da und sagte das erste, was mir einfiel: Ich liebe ihn nicht nur, ich bin stolz auf ihn.

Das brachte uns schließlich zu der elementaren Frage: Warum war ich stolz auf ihn?

Er ist kein super erfolgreicher Geschäftsmann, er hat keine Superkräfte und wenn man ihn ganz objektiv ansieht, gibt es wahrscheinlich sogar schönere Menschen, auch wenn ich das immer vehement abstreiten werde. Ist ja klar!

Was macht einen Menschen erfolgreich? Wirklich erfolgreich? Abseits der gesellschaftlichen Vorgaben, die doch so wenig darüber aussagen, wie ein Mensch…ist.

Nehmen wir also IHN. Na gut, er ist ein „gewöhnlicher Angestellter“, aber…

seine Kollegen respektieren ihn und schätzen seine Arbeit außerordentlich. Und auch die Chefetage kennt seinen Namen und weiß, dass er einer der besten Mitarbeiter ist. Das ist doch schon mal was, oder?

…viele Kollegen oder ehemalige Kollegen sind immer noch Freunde. Und DAS bedeutet wirklich was, nämlich, dass man menschlich einfach gute Arbeit geleistet hat.

…ganz davon abgesehen, dass er einfach ein guter Mensch ist. Die meisten Menschen fühlen sich in seiner Gegenwart wohl, er ist aufmerksam und hilfsbereit. Nur selten habe ich Menschen getroffen, denen das Wohlergehen ihrer Mitmenschen so wichtig war. Er ist so einer, der mitten in der Nacht aufsteht, um zu helfen. Nicht nur bei mir, weil ich das Glück habe und seine Freundin bin, auch für Freunde/Freundinnen.

…seine Familie ist ihm wichtig. Sehr wichtig. In einer Zeit, in der so viele als Einzelkämpfer durchs Leben ziehen, macht es mich stolz, dass er sich Zeit für seine Familie nimmt. Familie ist ja auch nicht immer nur einfach, es gibt schwere Zeiten, aber wenn man das durchsteht und beständig bleibt, ist das ein gutes Zeichen für einen guten Menschen.

…er ist wahnsinnig neugierig und intelligent. Jetzt werden einige sagen: hat doch nicht studiert. Aber das ist überhaupt nicht wichtig, er hat privat für sich so viele Interessen, dass ich mich regelmäßig wundere und staune.

…und er erträgt mich in allen Launen. Das ist definitiv nicht der wichtigste Punkt auf meiner Liste, aber man sollte ihn auch nicht unterschätzen. 😉

Erfolg…und Liebe. Zwei abstrakte Begriffe, die ich bestimmt nicht allgemeingültig mit Inhalt gefüllt habe. Aber so, wie ich sie sehe und für mich erkläre. Was bedeutet Erfolg denn schon, wenn man zwar die Karriereleiter aufsteigt und reich wird, aber es nicht schafft, Menschen an sich zu binden, mit denen man seine Erfolge feiern kann? Nichts!

Er überrascht mich immer wieder, und ich freue mich immer wieder über scheinbar unwichtige Kleinigkeiten. Man kann vieles einfach nicht erklären, es ist einfach, wie es ist. So und nicht anders. Und es ist gut so.

Follow your dreams

Es war die beste Zeit, es war die schlimmste Zeit. – Charles Dickens

Folge deinen Träumen. Bleib dir selber treu. Sei stark. Alles gute Ansätze, denen sie folgen möchte. Wenn bis auf wenige Ausnahmen aber alles schief geht und die Welt sich gegen einen stellt, ist das gar nicht so einfach. Schöne, harmlose Worte können dann zu scheinbar unerreichbaren Illusionen werden.

Es ist nicht leicht, man selbst zu bleiben, wenn daran kritisiert wird. Zwar vollkommen grundlos, das weiß man – dennoch nervt es. Sie wird sie selbst bleiben, schon allein aus Trotz. Sie zu ändern haben schon ganz andere versucht und sind kläglich gescheitert. Dennoch: es nervt.

Es ist nicht leicht, seinen Träumen zu folgen, wenn sie belächelt werden. Und es ist noch schwerer, wenn manchen privaten Träumen die schwindende Gesundheit des Großvaters im Wege steht. Das klingt böser, als es gemeint ist. Nur: wenn er ständig jemanden um sich braucht, ist es schwer, schlichtweg unmöglich, sich einfach mal eine Auszeit zu nehmen und der Stadt den Rücken zu kehren. Man möchte rennen wie ein wilder Wolf, aber es geht einfach nicht. Nicht, ohne Opfer, die zu bringen man nicht bereit ist.

tumblr_mbv68qT6Xn1rgjr6eo1_1280

Sei stark! Sie trotzt, sie hält durch und lächelt, wenn sie kurz davor ist, zusammen zu brechen, weil es alles andere als einfach ist, wenn ein geliebter Mensch vor deinen Augen immer weniger wird. Leicht ist es nicht. Da hilft in manchen Situationen nur der eine Mensch, der immer das Gute in ihr sieht, selbst wenn sie es selber nicht mehr sehen kann. Der ihre Stärke kennt, weil sie an seiner Seite für einen Moment schwach sein darf. Denn er ist ihre Stärke, wenn sie nicht stark sein kann, und ihr Schild, wenn sie einen braucht.

Und diese Momente machen aus den schlimmsten Zeiten gleichzeitig die besten.

Über Stärken und Schwächen

Ein starker Mann kann mit einer starken Frau umgehen. Ein schwacher Mann wird sagen, sie sei anstrengend und seltsam.

Ein starker Mann weiß, wie er mit seiner Frau umgehen muss, damit sie sich sicher und wohl fühlt. Und das gibt wiederum ihr die Sicherheit, Schwäche zeigen zu können. Nachgeben zu können, wenn es darauf ankommt.

Alice-.-Madness-Returns-11

Ich kenne es von mir selber… Über Jahre habe ich mir einen dicken Bärenpelz zugelegt, darüber die Stacheln eines Igels, oder besser noch, Killernieten über Killernieten. Alles nur, um den verletzlichen Teil meiner Selbst niemandem zeigen zu müssen. Denn wenn ich es mal wagte, dazu zu stehen, war es ein Fehler. Dann war ich zu emotional, zu weich, zu gierig, zu … sehr ich. Darum: Nieten und Pelz an, die Maske aufgesetzt und niemandem mehr gezeigt, wer man hinter all dem ist.

Geändert hat es sich mit einem Mann, der plump sagte, er möchte meine schlechtesten Seiten kennen lernen, weil die guten sowieso liebenswert sind. Das war etwas Neues – für mich zumindest. Und er zeigte wiederum mir auch nur sein ungeschöntes Selbst. Es gab nie das sonst übliche Geschmeichel, das künstliche auf Wolke Sieben Schweben und durch die rosarote Brille schauen.

Wir lernten auch fliegen, aber nicht auf Wolken, sondern auf den Erkenntnissen, wie wundervoll der andere durch all seine Macken ist. Wir sahen die Welt nicht in Rosa, sondern durch die Welt des Anderen und lernten uns so besser und besser kennen.

large

Inzwischen kann ich durch die Stadt gehen und ihm später sagen, dass er in Geschäft XY dies oder jenes kaufen möchte. Nicht, weil ich ihm vorschreibe, was er kaufen soll, sondern weil ich inzwischen weiß, woran er einfach nicht vorbei gehen kann. 😛

Und wenn ich trotz aller Harmonie einen schlechten Tag habe, weiß ich, dass er sich mein Genörgel anhört, mich in den Arm nimmt und die Welt mit irgendeiner verrückten Aktion wieder ins Lot bringen wird. Er wird grantig, wenn ich scheiße drauf bin, aber er ist mir nie wirklich böse. Das weiß ich. Und das gibt mir verdammt viel Sicherheit. Sicherheit, mich ihm zu öffnen und meine guten Seiten wirklich zu zeigen.

Timing

Man sagt, Liebe ist die Mischung aus Chemie und Timing. Aber ist nicht alles nur eine Frage des richtigen Timings? Was ist das richtige Timing?

Wie so oft komme ich auf dieses Thema, da es gerade in meinem Leben darum kursiert. Mein bester Freund hat mit seiner neuen Partnerin beschlossen, dass es an der Zeit wäre, zusammen zu ziehen. Nach gar nicht so langer Zeit. Und es scheint durchaus der richtige Weg für sie zu sein. S___Sonntagabend-Romantikie sind glücklich mit ihrer Entscheidung, das Timing war perfekt.

 

Da kommen natürlich hier und da Fragen auf, wie es mit dem eigenen Leben bestellt ist. Nach elf Monaten Beziehung sind mein Bester und ich noch ganz zufrieden damit, dass jeder sein Reich für sich hat. Wir sehen uns nicht jeden Tag, ab und an ist es nett, seine eigene Wohnung zu haben, zwangsläufig Zeit nur für sich zu haben und zu hausen, wie es einem gefällt.

Unter der Woche nach der Arbeit die Musik laut aufdrehen und durch die Wohnung tanzen während man nebenbei ein bisschen Ordnung schafft? Kein Problem. Heimlich einen kitschigen Film schauen und Chips kabbern? Kein Problem. Am Wochenende im Schlabberlook auf dem Sofa liegen und an einem Stück den tausend Seiten Roman verschlingen, von dem man versprochen hatte, sich dafür Zeit zu lassen? Kein Problem.

img_4155.jpg

Aye, gibt es. Und die schaue ich nur ohne Mann. 😉

 

Noch bin ich nicht bereit, diese Kleinigkeiten aufzugeben. Denn sobald man zusammen wohnt, ist zwar nichts verboten, aber doch zumindest alles offenbar. Im letzten Versuch wurde aus einer leidenschaftlichen Beziehung viel zu schnell ein reines nebeneinander her leben, eine bessere Wohngemeinschaft vielleicht. Dahingegen sind wir jetzt, in zwei Wohnungen mit Zeit speziell für uns, Feuer und Flamme wenn wir zusammen sind.

Das ist ein Luxus, den ich noch nicht aufgeben möchte. ;P

Wo Leben und Tod sich treffen

Sind es die vorsilvestrigen Depressionen, weil sich das Jahr dem Ende neigt, dass man über alles noch mal nachdenkt? Oder ist es einfach nur meine Art, das Jahr Revue passieren zu lassen? Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung. Ein stetiges Auf und Ab war es. Gerade zum Jahresende hin.

 

551699_R_by_Florentine_pixelio.de_

Kurz vor der Adventszeit ist meine Großmutter gestorben. Und das, nachdem wir uns endlich näher gekommen waren. Manchmal geschehen Dinge, die einfach gemein sind und keinen tieferen Sinn ergeben. Über die Feiertage habe ich es geschafft, damit meinen Frieden zu schließen, lässt es sich doch eh nicht ändern. Doch dann erfahre ich am gleichen Tag, dass die Mutter eines guten Freundes verstorben ist und auch Lemmy ist von uns gegangen. Verluste, die auf ganz verschiedenen Ebenen eine Lücke hinterlassen, aber dennoch schmerzhaft sind und schwer wiegen. Sie werden fehlen, alle, jeder auf seine Art.

 

 

winter_love-1555545

Kann das durch etwas Positives aufgefangen werden? Ich hoffe es doch sehr. Ich möchte hier mein Glück nicht in den Vordergrund drängen, auch wenn ich immer noch Herzklopfen bekomme, wenn mein Schatz mich anschaut. Nein, ich möchte mich für andere freuen! Besonders glücklich bin ich für meinen besten Freund, der nach einigen sehr schlimmen Jahren endlich eine tolle Frau gefunden hat. Ihr Winterglück ist so schön und rein. Ich wünsche ihnen nur das Beste. :-*

 

 

Also auf die Liebe, auf neue und alte Freunde und auf die Lieben, die wir niemals vergessen werden.

Der Schmerz und das Messer

500_F_50035737_HCxYoqEXezdGjCprtZLbYzU6W3YYDQYK

Der Schmerz muss herausgeschnitten werden.

Sie versprach, sie würde mich lieben. Bis in alle Zeiten. Bis in die Ewigkeit.

Unsere Ewigkeit dauerte gerade einmal drei Monate.

Dann verließ sie mich. Für einen anderen.

Was sonst?

Jetzt schmerzt es. Mein Herz.

Tag und Nacht, bei jedem lebensspendendem Schlag, den es tut.

Der Schmerz muss herausgeschnitten werden.

Hat man einen Tumor, kann er entfernt werden.

Ein schmerzender Zahn kann gezogen werden.

Sogar einen kranken Arm kann man amputieren.

Nicht jedoch diesen Schmerz in meinem Herzen. Das sagte mein verängstigt dreinschauender Arzt als ich ihn, Tage nachdem sie mich verlassen hatte, mit blutunterlaufenen Augen fragte.

Jetzt laufe ich wie ein gehetztes Tier durch die Stadt, die einmal meine Heimat gewesen war. Menschen gehen mir aus dem Weg, als wüssten sie von der scharfen Klinge, die ich unter meinem Mantel direkt über dem Herzen trage.

Ich laufe aus der Stadt an den Strand. Das Messer glänzt verführerisch im Mondlicht.

Es muss einen Weg geben.

Der Schmerz muss herausgeschnitten werden.

Er ist in meinem Herzen.

Mein Herz muss herausgeschnitten werden.

Ich setze die Klinge auf mein bloßes Fleisch, direkt über meinem Herzen. Und schneide.

Ich sehe Blut auf meinen Händen, viel Blut. Um mich herum wird es dunkel.

Der Schmerz muss herausgeschnitten werden.

Wichtig: Ohne Anlass. Hier ist nur der kreative Kopf am Werk.

Des Pudels Kern?

Gerade in der letzten Zeit sind mir immer wieder Menschen über den Weg gelaufen, die ich für ihre Stärke und Leidensbereitschaft bewundere. Was sie durchstehen, würde viele zerbrechen. Doch höre ich ihnen länger zu, schwindet zwar mein Respekt nicht, doch es gesellt sich auch ein wenig Traurigkeit dazu. Denn es scheint so, als müssten sie einen Teil von sich selbst opfern, um in dieser Welt weiter bestehen zu können. Den sanften, guten, zu Liebe und Freundlichkeit fähigen Teil.

Sie sind nicht unfreundlich. Die meisten sind die freundlichsten Menschen, die mir je über den Weg gelaufen sind. Aber es ist … eine Hülle. Ein wenig wie Schattentheater. Diese Menschen sind nicht mehr vollständig da. Ihr Leben hat ihnen zu viel von sich genommen. Warum ist  das so? Und woher kommt dieses Phänomen?

Während an vielen Stellen behauptet wird, dass unsere Welt schnellebig ist und Menschen sich weder festlegen, noch beziehungsfähig sind, glaube ich, dass die sanftmütigen dieser Welt dazu gemacht werden.

Sind diese Menschen naiv? Möglich. Doch sind wir nicht alle etwas blauäugig, wenn wir mit dem Herzen sehen? Es ist nicht überraschend, dass die, die ohne jede Zurückhaltung alles gegeben haben, nach schlechten Erfahrungen die Welt aufgeben und sich verschließen. Wenn man ihnen Heute erstmalig begegnet, sind sie unnahbar und aus Sicht mancher sicherlich auch unfreundlich. Hart und abweisend. Nur, wer es schafft, hinter die Mauer, die sie errichtet haben, zu schauen erkennt welch gute Menschen sie sind.

Mich hat dies zwei Dinge gelehrt: Man sollte achtsam mit seinen Mitmenschen umgehen und sie niemals absichtlich verletzen. Auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist, man weiß nicht mit welchen Wunden dieser Mensch schon herumläuft. Und es kann sich lohnen, den scheinbar Abweisenden einen zweiten Blick und Zeit zum Auftauen zu gönnen. So viel Geduld und Zeit sollte jeder für seine MItmenschen aufbringen können.

Und das Besondere in Kleinem zu sehen…

Achtung! Aufgepasst! Jetzt wird es ein klein wenig…kitschig. oO

Es war früher mal ein durch und durch romantisches Mädchen, mit all diesen putzigen Vorstellungen und Ideen, aber eben auch Anforderungen, die WAHRE ROMANTIK eben so mit sich bringt. Das Mädchen wünschte sich nicht einfach nur Aufmerksamkeit, sondern Zärtlichkeit und Blumen und romantische Essen, und Ausgehen und gemeinsam kochen und Filme anschauen und den ganzen Tag kuschelnd in der Sonne liegen und … war damit abgrundtief unzufrieden. Es verbrachte so viel Zeit damit, selber diesen Anforderungen gerecht zu werden, dass es beinahe vergaß, wer es war. Und unter großen Schmerzen, denn es dachte es hätte versagt, verabschiedete es sich von immer mehr dieser Ansprüche. Und je mehr es es selber werden konnte, um so glücklicher und zufriedener wurde es. Und um so klarer wurde es sich, was es überhaupt wirklich wollte. Dass Vieles von dem, worauf es Wert gelegt hatte, gar nicht wichtig war.

Händchen halten

So wurde aus dem Mädchen eine Frau. Die vielleicht gefährlichste Art von Frau, die es gibt. Eine Frau, die weiß, was sie will und wie viel sie geben kann. Die Frau gab sich nicht mehr selbst auf, um jemandem zu gefallen. Sie suchte nach jemandem, der sie nahm wie sie war. Und den sie nehmen konnte, wie er war. Denn was sollte dieses immerwährende Gerede vom Bessern und Erziehen eines Menschen? Das langweilte die Frau nicht nur, es ekelte sie an. Mit diesen neuen Erkenntnissen suchte sie nicht, aber das Gute kam zu ihr. Und wo dem Mädchen früher schon nach wenigen Tagen die magischen Worte ins Ohr geflüstert worden waren und es dennoch nicht glücklich gewesen war, bedeutet es für die Frau nun so viel, wenn er sie ansah und sagte, sie sei schön. Mit all ihren Problemzonen und Narben – schön. Wenn er sie umarmte und sagte, er freue sich auf sie – trotz ihrer Macken, ihrer zickigen Momente und all dem, was sie zu der Frau macht, die sie war. All dem, was nie zuvor jemand ertragen konnte.

Sie weiß nun, was wichtig ist. Und was es bedeutet, wenn ein Mensch das Beste in ihr zum Vorschein bringt: sie darf der Drache sein der in ihr schlummert, möchte es aber gar nicht mehr.