Die zarten Harten

Es ist eine ganze Weile her, dass ich mich hier zu Wort gemeldet habe. Das hat einen ganz simplen Grund. Zum einen habe ich mich ein paar Wochen quasi hauptberuftlich um meinen Großvater gekümmert, der seit Jahren an Demenz leidet. Und zum anderen stand direkt im Anschluss daran ein Festival an.

Wir waren dieses Jahr das erste Mal auf dem Wolfszeit Festival in Thüringen und super gespannt, aber auch voller Vorfreude. Ich kannte bisher nur Festivals, wo alles gespielt wurde, von Power – bis Deathmetal und alles dazwischen. Da war ein reines Pagan- und Blackmetal-Festival auch nach zehnjähriger Festivalerfahrung noch mal was ganz Neues.

Der eigentliche Festivalbericht folgt noch, jetzt stürze ich mich erst mal auf die Menschen. 😉

Angst, dass es viel zu ernst zugehen könnte? Dass die Leute zurückhaltend sind? Fehlanzeige! Es gab genauso Witzvögel und Partygruppen wie auf jedem Festival, das ich kenne. Insgesamt war es eine tolle Mischung auf einem relativ kleinen Raum. Der Weg zur Bühne war nicht mal 10 Minuten lang, und wir standen schon am Ende vom Campingplatz. Also, da kann man nicht meckern.

Genauso wenig zu den netten Leuten da. Coole Campnachbarn mit denen man gut feiern konnte, aber die größte Überraschung war: das Festival läuft mit Freiwilligen. Super coole Sache. Ich stand da und dachte nur noch „WOW“. Respekt und einen riesen Dank an die tolle Organisation von so vielen Freiwilligen. Wir waren begeistert und wollen wiederkommen. 🙂

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Style und so

Auf was für einen Style stehst du so?, fragte mich letztens eine Freundin.

Ich stand da und war überfragt. Lange Haare und Bart, der eingefleischte Metalhead, das war seit Jahren, seit immer, mein bevorzugtes „Beuteschema“. Sagte das nicht schon aus, welchen Style ich mochte?

Wie sich herausstellte, nicht. Denn für eine Frau, die sich intensiver mit Mode beschäftigte als ich, gab es innerhalb dieser groben Skizzierung tausend Möglichkeiten, seinen Stil auszuleben.

Die wohl größte Überraschung für mich war, wie viele Frauen tatsächlich auf lange Haare und dazu Anzüge stehen. large

Eine Kombination, die ich für festliche Anlässe natürlich okay finde, aber irgendwie nicht als das Nonplusultra empfinde. So steif, so gestriegelt. Nee, das ist ja, als würde Frau immer im Kostüm mit Pumps rumlaufen. Das ist eindeutig nicht meins.

Blieb noch die Frage, was denn nun wirklich meins ist. Eine Frage, die nach der Offenbarung, dass mein Typ noch nicht genug Stil kategorisiert, gar nicht soo einfach zu beantworten war.

Ich mag Bandshirts zu den schönen langen Haaren und Bart. Ich mag Boots und liebe Lederjacken. Eine gut geschnittene Jeans ist auch nie verkehrt, wobei ich auch lässige BW Hosen durchaus nicht unattraktiv finde. Kommt schließlich immer auf den Mann an, der drin steckt. 😉 Und das wichtigste bleibt für mich wohl, dass er sich wohl fühlt und mit seinem Outfit glücklich ist. tumblr_mszul23Cjq1st767eo1_400Ich war nie eine Frau, die ihrem Mann sagt, was er anziehen soll. Schließlich ist er erwachsen und kann sich selber anziehen. Und er bleibt ein Individuum, auch wenn er zu mir gehört. Selbst in Jogginghose und Shirt, gemütlich und faul zuhause auf dem Sofa eingerollt, ist er sexy und unwiderstehlich in meinen Augen. Das macht es doch aus, oder? Styling ist schön und gut, aber man steht auf den Menschen dahinter.

Wenn man mich fragen würde, was mich wirklich schwach macht… müsste ich sagen: wenn er nackt aus dem Bett springt, um sich ne Kippe zu drehen. Seine Haare zerwühlt und offen auf dem langen geraden Rücken. Zu Arsch und schlanken, aber muskulösen Beinen schweige ich jetzt mal. Das ist das Bild, das ich immer im Kopf habe, egal, was er da drüber zieht, deswegen ist es relativ egal, zu was er greift. 😉

Und nein, keiner von denen auf den Bildern ist meiner. Den behalte ich schön für mich. *g*

Es war einmal…

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In den letzten Wochen haben wir uns viel mit Traditionen beschäftigt. Nicht geplant oder gezielt, das Thema kam einfach immer wieder auf und kreuzte unseren Weg. Die Weihnachtsfeiertage und Silvester mit ihren alteingesessenen Familientraditionen und Riten. Das Neue Jahr und ganz allgemein die Winterzeit, die sich irgendwie ganz besonders für Traditionen anzubieten scheint.

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Mit dem Thema Tradition kamen aber auch immer wieder Vorurteile, die uns trafen. Menschen wie wir können ja gar nicht mit der Familie Weihnachten feiern, wir begehen den Wechsel ins Neue Jahr sicherlich im Blutrausch und überhaupt gibt es nichts Gutes und Sanftes in uns.

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So sah uns beim Einkaufen im Supermarkt eine ältere Dame vollkommen geschockt an, als wir ganz harmonisch den Einkaufszettel abhakten und glückselig meinten „Dann brauchen wir jetzt nur noch die Zutaten für die Waffeln. Holst du die Kirschen, Schatz?“ Ja, wir backen Waffeln; ja, wir essen dazu heiße Kirschen. Mit Sahne! Das ist nun mal lecker. Und das gab es so schon bei Oma als wir klein waren.

Warum ist es für manche Menschen so schwer, zu akzeptieren, dass Menschen, die auf den ersten Blick ein Klischee erfüllen könnten, bei genauerem Hinsehen so viel mehr als ein Klischee sind? Es macht mich nicht traurig, aber ich finde es schade, da so viele so viel übersehen und sich selber so sehr im Weg stehen, dass sie Menschen verurteilen, von denen sie nichts wissen.

Haarige Angelegenheiten…

„Stört es dich nicht, dass dein Kerl längere Haare hat als du?“

So fing letztens ein sehr…interessantes…Gespräch an.

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Um meine Antwort vorweg zu nehmen: Nein, es stört mich nicht. Sie sind lang, sehr lang, gepflegt, wunderschön und stehen ihm. Warum sollte ich mich daran stören? Meine Haare werden niemals länger sein als seine, da ich schlicht und ergreifend kleiner bin und es nicht leiden kann, wenn die Haare über den Po gehen. ^^ Mal ganz davon zu schweigen, dass ich nicht weiß, ob sie so weit wachsen wollen.

Aber ich müsse mich damit doch total unwohl und unweiblich fühlen, war ein Einwand. Nö, ich denke, nicht. Die Haarlänge sollte kein Kriterium für Gender Fragen sein. Wenn ich mich mit langen Haaren als Frau unweiblich fühlen muss, weil sie kürzer sind als die meines Partners…muss er dann feminin sein, weil er lange Haare hat? Ist das nicht eine sehr hinterwäldlerische Ansicht? Ganz davon abgesehen, dass Männer jahrhundertelang lange Haare trugen. Frauen auch. Eigentlich alles kein Problem. Oder?^^

Sonne macht albern!

Ja, der vielgerühmte und zitierte Satz entspricht der Wahrheit. Bei vielen Menschen zumindest. Und das ist so ganz grundsätzlich ja auch nichts schlimmes? Oder? Mal schnell das finstere Gesicht wieder zurecht rücken. ^-^

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Nein, ohne Scheiß. Selbst die eingefleischtesten, hartgesottensten Metaller, die meine Wenigkeit kennt, waren nach diesem Winter ein wenig pissed über das ewig nasskalte Wetter. Das war einfach nicht mal Winter. Das war nur … wäh! Hat keinen Spaß mehr gemacht, so gar nicht.

Jetzt macht es um so mehr Spaß, zum ersten Mal im Jahr Shorts und Tops auszupacken, sich ein wenig in Schale zu schmeißen und Eis essen zu gehen.

Was? Das kommt jetzt überraschend? Doch doch, auch das dürfen wir. Und nicht nur Zartbitterschokoladeneis mit Blutsoße! Nee nee nee. Alles, hauptsache lecker. *g*

Frühling ist eine meiner liebsten Jahreszeiten. Es ist noch nicht zu warm für mein Empfinden, aber man kann so herrlich Erwartungen widersprechen und Menschen verwirren. *-*